Herbstzeit ist Erntezeit

Herbstzeit ist Erntezeit

27.09.2021

Mit dem Übergang von Sommer auf Herbst ist für unsere Imkerinnen auch die Zeit der Honigernte gekommen. Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie genau so eine Ernte vonstatten geht? Unsere VAV Imkerin Frau Gaugusch hat es uns verraten. 

Bevor der Honig geerntet werden kann, testet Frau Gaugusch regelmäßig dessen Reife anhand der so genannten Spritzprobe. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das den Flüssigkeitsgrad des Honigs misst und zeigt ob das kostbare Produkt bereits geschleudert werden kann. Dazu hält man eine Honigwabe mit nicht verdeckelten Honigzellen waagerecht. Die Wabe wird ruckartig nach unten gestoßen. Wenn dabei Honig aus den Zellen spritzt, enthält dieser noch zu viel Wasser. Unreifer Honig kann zu gären beginnen, was sich maßgeblich auf die Qualität des Erzeugnisses auswirkt. 

Ist die Spritzprobe erst einmal geschafft, sind die Bienenstöcke bereit für die Ernte. Am Tag zuvor wird zu diesem Zweck eine Bienenflucht in den Stöcken eingelegt. Die Bienenflucht ist eine Holzplatte mit einem Loch und einem Kunststoffeinsatz, der es den Bienen ermöglicht, nur in einer Richtung durch die Holzplatte zu gehen. Die Bienenflucht wird bei der Honigernte zwischen Brut- und Honigraum geschoben. Somit können die Bienen zwar vom Honigraum nach unten in den Brutraum gelangen, jedoch nicht mehr zurück. Dadurch ist der Honigraum am nächsten Tag weitestgehend bienenfrei und ein stressloses Entnehmen der Waben wird möglich. In einem nächsten Schritt greifen unsere Imkerinnen zur Entdeckelungsgabel, mit der sie behutsam das wertvolle Entdeckelungswachs entfernen. Das Wachs ist ein von den Wachsdrüsen der Bienen frisch erzeugtes Material, welches den reifen Honig vor der Luftfeuchtigkeit schützt und haltbar macht. Die entdeckelten Waben werden nun in den Wabenkorb einer Honigschleuder gesetzt. Die Schleuder funktioniert ähnlich wie eine Zentrifuge. Wird der Wabenkorb gedreht, spritzt der Honig durch die Zentrifugalkraft an die Innenwand der Trommel, läuft daran herab, um schließlich aus dem Auslaufhahn über das Honigsieb in einen Auffangbehälter zu fließen. Nun können die Honiggläser befüllt, etikettiert und verschenkt werden. 

Wir freuen uns auf die nächsten Updates von unseren Imkerinnen. Hier geht es zu weiteren VAV Bienen-News